Clean River Project

Eine Lieblings-Strecke zum Spazierengehen, ein verwunschenes Stück Rheinstrand - leider seit ein paar Jahren kein versteckter Geheimtipp mehr, sondern Party-Location. Am Wochenende dröhnt Musik, werden Feuer gemacht, und es wird jede Menge Müll hinterlassen. Mitten im Naturschutzgebiet... Dank solcher Idioten wird es dort vielleicht bald heissen: Betreten verboten!
Man kann sich nun ärgern, dass man nicht mehr am Samstag Nachmittag hier entspannt Spazierengehen kann. Oder man geht Montags morgens Müll sammeln... 



So hat Gassigehen gleich noch einen tieferen Sinn. Jemand, der es vorgemacht hat und beweist, dass der einzelne tatsächlich etwas bewegen kann - hier:



Hör doch einfach auf dein Bauchgefühl!


-->
Heutzutage sind die Menschen so weit weg von der Natur. Jahrhundertelang hatte der Mensch Hunde und brauchte kein einziges Hundebuch. Hundeerziehung ist doch inzwischen viel zu verkopft!

Ja, wenn es doch so einfach wäre. Der ganze Kram mit der Natur ergibt nicht wirklich Sinn, wenn man nicht vor hat, mit dem Hund fortan in einer Höhle zu leben und Mammuts jagen zu gehen. Unsere Umwelt ist nun mal keine wilde Natur. Und ehrlich gesagt fragt man sich, wie weit es mit der Naturverbundenheit her ist, wenn dann der von Menschen gezüchtete und geformte Rassehund (vorzugsweise ein Rhodesian Ridgeback oder Weimaraner oder was anderes schickes, modisches...) in den SUV gepackt wird, um von der Hundewiese zurück ins geheizte Einfamilienhaus zu brausen. Wo es mit Sicherheit gemütlicher ist, als in der Höhle. Auch für den Hund. Natur ist toll, aber bitte nicht zu viel davon.

Die Jahrhunderte, Jahrtausende, die der Mensch schon Hunde hält, und das ganz ohne Hundebuch, da ist doch aber was dran, oder? Sicherlich. Wer aber sagt denn, dass das alles immer so wunderbar war? Hunde waren Nutztiere. Woraus schon mal folgt, dass sie entsprechend ihrer Eignung eingesetzt wurden (heute würde man das "Auslastung" nennen). Man erwartete von dem Hund, dass er seine Aufgabe erledigt, und was nicht taugte, kam weg. Die Frage, ob es dem Hund besonders gut geht, stand bei der Haltung nicht im Vordergrund.
Heute haben Hunde viel seltener eine Aufgabe, und noch seltener eine, die zu ihnen passt. Statt dessen sind sie heiss geliebte Hausgenossen und Familienmitglieder, reiner Luxus, Hobby, Selbstverwirklichung. Einen Hund zu halten, ist inzwischen in wohl 95% der Fälle reiner Egoismus.
Wenn man aber nun einen Hund nur aus Liebhaberei hält, dann sollte man ihn doch wohl auch so lieb haben, dass man sein Wohlbefinden in den Vordergrund stellt.

Dass man sich heutzutage viele Gedanken um den Hund macht, ihn verstehen möchte, mit Verstand erziehen möchte - daran kann ich nichts negatives finden. Verkopft zu sein, das möchte sich aber keiner vorwerfen lassen. Es klingt so abwertend. Bauchgefühl - das klingt viel schöner!
Vor allem aber einfacher. Bauchgefühl, das hat man einfach. Dafür muss man nichts tun. Nur darauf hören.

Irrtum! Bauchgefühl "hat" man nicht einfach. Leider... Wie oft ist man schon als Eltern des eigenen Menschen-Nachwuchses völlig ratlos und kommt mit reinem Bauchgefühl nicht weiter. Vom intuitiven, naturgegeben Verständnis für eine andere Spezies sollte man wirklich nicht so ohne weiteres ausgehen.

Bauchgefühl ist nichts anderes als die Kombination aus Begabung, Erfahrung und Wissen. Und dem Vertrauen in die eigene Wahrnehmung, und dem Mut, auch mal Fehler zu machen.

Begabung - ja, die haben tatsächlich manche Menschen für Hunde. Andere müssen zum Ausgleich etwas härter an den anderen Faktoren arbeiten.
Erfahrung - die bringt nur die Zeit. Wobei man natürlich locker auch 30 Jahre lang dieselben Fehler machen kann, ohne jemals dazuzulernen. Das ist dann nicht Erfahrung, sondern Starrsinn.
Und Erfahrung ist nicht gleich Erfahrung. Wer schon 10 Hunde hatte, aber immer Labrador Retriever oder Collies oder Pudel, der kann an seinem ersten Dackel durchaus grandios scheitern. Aber immerhin eine Menge Spaß dabei haben.
Für Neulinge fängt der Weg zum Bauchgefühl also mit dem Wissen an. Und davon ist heutzutage ja eine Menge verfügbar.

Natürlich kann man sich auch zu viel anlesen, sich zu sehr verwirren lassen von den tausend Tipps und Methoden da draussen. Vor allem kann man zu perfektionistisch sein, sich von den vielen Anleitungen dazu verleiten lassen, zu glauben, es gäbe eine Gebrauchsanweisung. Knöpfe, die man nur zu drücken braucht. Und wenn man die dann nicht findet (und zwar bitte sofort!) ist man frustriert. DAS ist das Problem. Nicht das Wissen an sich, sondern das mangelnde Verstehen, Hinterfragen und Filtern.

Hier kommt der letzte Punkt ins Spiel: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die eigene Wahrnehmung. Das fängt damit an, dass man Wissen nicht wahllos aufsaugen sollte, sondern sich stets fragen sollte: Passt das zu mir? Möchte ich das tun, nur weil ich es irgendwo gelesen habe? Kommt es mir sinnvoll vor, logisch? Was passiert mit mir und mit meinem Hund, wenn ich einen Tipp befolge? Fühlt es sich gut an?
Erstaunlicherweise berichten häufig verunsicherte Hundehalter, sie hätten sich gar nicht wohl damit gefühlt, ihren Hund mit Wasserflaschen zu bewerfen oder in eine kleine Box einzusperren - aber es stand halt so im Buch. Oder der Trainer hat es gesagt. Und dann macht man es halt, entgegen dem vielgepriesenen Bauchgefühl...

Fazit: Man kann nicht darauf bauen, dass einem das Hundeerziehungsbauchgefühl in die Wiege gelegt wurde, die meisten von uns müssen etwas dafür tun. Wenn es sich dann aber regt, dann sollte man doch auch mal hinhorchen.

Und im Zweifelsfall den Klugscheisser auf der Hundewiese freundlich lächelnd stehen lassen... 




ABAM

Jeder Artikel von Tierarzt Ralph Rückert ist lesenswert, wer den Blog noch nicht kennt, ganz schnell klicken!

Und damit hat er für mich den Nagel mal wieder so was von auf den Kopf getroffen - der neueste - äh nein, älteste Fütterungstrend: ABAM - Abstauber Bekommen Alles Mögliche!

Der Schmunzler der Woche

... war für mich die schöne Aussage einer zukünftigen Erst-Hundehalterin: "Ich möchte, dass die Leute meinen Hund sehen und sagen: Das ist mal ein gut erzogener Hund!"

Man möchte weise lächeln und sagen, aber ja, meine Liebe, das wollten wir alle...

Ohne Quatsch, natürlich finde ich das einen tollen Vorsatz. Es schimmert dabei aber auch gerne mal der Gedanke durch - "Das kann doch jetzt nicht soo schwer sein!"

Ja sicher, das haben wir alle mal gedacht!

Es ist ja auch nicht unbedingt schwer. Also je nach Hund, ich mit meinem Pudel habe es sicher nicht schwer. Nur eben manchmal so ... unerwartet..?

Gestern z.B. Ich gemütlich am Reiten, alles entspannt, saust Hund los. Einfach so. Nicht hetzend, sondern nach dem Motto "Ich kenn dich!" Hätte meine Tochter da gestanden oder sein bester Hundekumpel hätte es mich nicht gewundert. War aber jemand völlig fremdes... Ein älterer Golden Retriever. Ich komme hinterhergetrabt mit rotem Kopf und schaue nach dem Besitzer. Steht eine nette Dame mit weiteren VIER Golden Retrievern ganz lässig am Wegesrand, die Hunde sitzen ohne Leine da und schauen sich ganz entspannt an, wie ich den Pudel zu mir beordere... was nach mehrfacher Aufforderung dann auch mal klappt.

Dass die nette Frau eine erfahrene Hundehalterin war, war unschwer nicht nur an der Anzahl Hunde, deren Betragen und ihrer Ausrüstung zu erkennen, sondern vor allem daran, dass sie einfach nur freundlich gelächelt hat, keine herablassenden Sprüche, kein arrogantes "Erziehung wäre mal gut" oder "Na der hört ja noch nicht so gut" etc pp.

Als erfahrener Hundehalter weiß man einfach: So ein Hund hat halt auch mal eigene Ideen. Wenn da nur ein harmloser Pudel angehüpft kommt, kann man auch einfach mal locker bleiben, den freundlichen Opa den Abfangjäger spielen lassen, damit der Fremdhund nicht in die Gruppe reinbrettert, und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Fünf Minuten später geht der Herr Dummpudel (sorry) dann wieder im bravsten Fuß an einer Gruppe Hunde vorbei und bekommt Komplimente. Manchmal sieht es ja bei uns auch wirklich toll aus. Und manchmal eben auch nicht.

Ein Hund ist nicht einfach "erzogen" oder "nicht erzogen". Der hat eine Tagesform, genau wie der Mensch, der entwickelt sich, verändert sich, benimmt sich.. oder nicht.

Genauso wichtig, wie der Vorsatz, es gut machen zu wollen, ist eben auch die Ehrlichkeit zu sich selbst: Wie gut sind meine Fähigkeiten? Wieviel Erfahrung habe ich? Und wie 100% bin ich - bin ich nicht auch mal abgelenkt, lasse gerne alle Fünfe gerade sein oder bin ein bisschen chaotisch? Sowas muss man auch mitbedenken, vor allem bei der Rassewahl.

Wir sind alle nur Menschen, und unsere Hunde auch. Perfektion GIBT es nicht.

Und manchmal brauchen die Leute auch mehr als nur einen Hund, um das rauszufinden. Richtig toll sind immer die Leute, die einen Hund hatten. Und der hat nie gejagt. Das ist also ganz einfach. Der ist nie zu anderen Hunden hingelaufen. Also offensichtlich auch ganz einfach. Der konnte von Anfang an alleine bleiben. Warum stellen sich manche nur so an....

Liebe Besitzer ganz einfacher Hunde (da schliesse ich mich ein) - seid ein bisschen gnädig mit denen, die es nicht so einfach haben. Auch wenn die vielleicht selbst schuld sind, weil sie natürlich unbedingt Rasse X oder Y haben mussten. Denn mit ein bisschen gutem Willen kann das ja nicht soo schwer sein...


Empathie bitte

Ich lese (und schreibe gelegentlich) ja gerne beim Frühstück ein bisschen im Hundeforum herum, und manchmal werde ich da schlagartiger wach, als ich es mir wünsche... Es gibt einfach Dinge, die treiben mir den Puls hoch.
Zur Zeit häufen sich mal wieder die "Mein Welpe beisst/nervt/ist noch nicht stubenrein..." Beiträge und offenbaren eine Einstellung zum Hund, die mich ein bisschen aufregt.

Dass man sich einen möglichst unkomplizierten Hund wünscht, das verstehe ich, das habe ich auch getan. Wenn man es vernünftig anstellt, kann das auch durchaus klappen. Hat es bei mir zumindest.

Allerdings - hätte ich diese Erwartungen gehabt, die manche Leute an den Tag legen, hätte ich meinen völlig unkomplizierten Welpen vielleicht auch als Nervensäge wahrgenommen.

Welpen, die ausschließlich an der Leine rauskommen, weder Sozialkontakt noch freie Bewegung haben, aber bitte schön lieb und brav zu sein haben, die restlichen 23,5 Stunden des Tages?

Welpen, die über Stunden in Kennels gesperrt werden - und das gefälligst lautlos zu ertragen haben?

Welpen, die mit Händen und Fingern gekrault, gepackt und traktiert werden - die aber bitte schön nur ja nicht jemals ihr Maul einsetzen sollen?

Knurren, Bellen, Herumtoben, in die Wohnung pinkeln, spitze Zähne an Schuhen oder Möbelstücken wetzen, Maulrangeln mit aufdringlichen Menschenhänden - ja, sowas tun Welpen eben. Die sind tatsächlich lebendig.

Da wird so ein kleines, gerade ein 2 Monate altes Lebewesen in ein völlig neues Leben geschmissen, ohne die Geschwister, raus aus der vertrauten Umgebung, und soll an der Leine gehen können? Soll schon wissen, was sein Spielzeug ist und was nicht? Soll schon wissen, wie fest man höchstens beissen darf? Was Nein und Aus und Komm bedeuten?

Und dann wird herum gewurschtelt, alle fünf Minuten eine neue Methode, "Ich habe alles schon ausprobiert!" und "Bei diesem Hund funktioniert das alles nicht!" heisst es dann. Nach zwei Wochen. Finde den Fehler.

Wenn so ein Hundekind dann überfordert, übermüdet oder gestresst ist, nicht zur Ruhe kommt und völlig am Rad dreht, dann ist Mensch natürlich erst recht genervt, dann wird geschimpft und gestraft und der Hund wird noch verunsicherter.

Und immer ist es der Hund, bei dem der Fehler gesucht wird. Ein erwachsener Mensch mit angeblich überlegener Intelligenz ist sauer auf einen Hund. Einen WELPEN. Weil der so blöd ist und mit voller Absicht dem Menschen auf den Keks geht.

Solchen Leuten erklären, was Empathie ist? Nä, hab ich ausprobiert. Funktioniert nicht.
Scherz.

Ich glaube, dass die modischen Versprechungen vom "idealen Familienhund" ganz falsche Erwartungen wecken. Da wird völlig normales Verhalten als Problem wahrgenommen. Und dann hat der Mensch Frust, weil sein Hund ja irgendwie "verkehrt" ist oder er selbst sich als Versager fühlt.

Manchmal muss man nur die etwas überidealisierten Vorstellungen gerade rücken und sagen: Hey, das ist normal.

Und wenn sich jemand über seinen ach so spitzzahnigen Schnappschildkrötenwelpen echauffiert, dann empfehle ich gerne dieses Video - dagegen wirken doch die allermeisten Welpen zart und rücksichtsvoll... alles relativ!





Das Dilemma der Züchter

Sind Mischlinge gesünder? Ist reinrassig ein Qualitätsmerkmal? Braucht ein Hund Papiere? Warum sind manche Hunderassen besonders betroffen von Krankheiten?

Je mehr man sich mit solchen Fragen beschäftigt, umso mehr neue Fragen stellen sich.

An der Oberfläche ist alles ganz einfach.

Ein verantwortungsvoller Züchter ist natürlich am empfehlenswertesten. Ein Rassehund bringt vorhersehbare Eigenschaften mit. Auch ein Mischling kann Erbkrankheiten haben, man kennt ja die Eltern nicht. Gute Zuchtvereine bemühen sich darum, Krankheiten auszumerzen, nur getestete Hunde kommen in die Zucht.

Zucht bedeutet nicht, einfach nur Hunde zu vermehren, sondern die Rasse zu verbessern.

Was heisst "Rasse verbessern"?

Diese Frage habe ich in den vergangenen Jahren häufig gestellt. Antworten laufen immer darauf hinaus: Alles testen, prüfen, begutachten und nur das beste (je nach Eigenschaft - Gesundheit, Arbeitseigenschaften, Optik) kommt weiter.

Klingt gut. Genau auf diesen Grundsätzen ist die moderne Hundezucht (ca. 150 Jahre alt) aufgebaut. Bis heute.

Wer es geschafft hat, sich im Biologieunterricht konsequent die Ohren zuzuhalten, und die Erkenntnisse der Populationsgenetik aus den letzten 100 Jahren vollkommen ignoriert, glaubt das immer noch.

Die moderne Hundezucht mit ihren geschlossenen Zuchtbüchern und dem Credo der "Reinzucht" hat jede Menge kleine, abgeschnittene Inselpopulationen erschaffen, genetische Flaschenhälse bzw. Trichter: seit jeher bedeutet das in den meisten Fällen Sackgassen der Evolution, das Aussterben der Population, sobald diese zu klein wird. Ist es das, was wir jetzt erleben? Ganze Rassen, bei denen die Neigung zu frühen Krebserkrankungen so ausgeprägt ist, dass man kaum noch damit rechnen kann einen Hund zu erwischen, der älter wird als 8 Jahre, Rassen, bei denen eine tödliche Herzerkrankung mindesten einen von 3 Hunden in jungem Alter trifft, Rassen, bei denen so gut wie alle Individuen unter Urinsteinen leiden, wenn sie nicht Spezialfutter bekommen, Rassen, bei denen Blindheit weit häufiger vorkommt als in einer gesunden Population... ist das alles Züchterpech oder schlicht und einfach das Ergebnis von Naturgesetzen, die man eben nicht umgehen kann?

In meiner bescheidenen Erfahrung sind das unbequeme Fragen, die in Züchterkreisen ungern gehört und selten gestellt werden. Umso überraschender und beeindruckender dieser Artikel:

Come talk to me, my friend dog breeder

Und hier, in der der deutschen Übersetzung:

Lass uns reden, mein Hundezüchter-Freund


Erstaunt hat mich allerdings die Schlussfolgerung der Autorin.

"....when the breed has spent its entire lifetime with us, thought its birth, growth, maturity, deterioration, and it is now time for it to go, we must let it. ...
When the time comes for your breed to go, let it. "

"... wenn die Rasse ihr ganzes Leben mit uns verbracht hat, Geburt, Wachstum, Reife und Verfall, und es ist jetzt Zeit, dann müssen wir sie gehen lassen. Wenn die Zeit für deine Rasse kommt, lass sie gehen. "

So weit geht der Glaube an die "Rasse", dass man sie lieber aussterben sieht, als sie - durch Veränderung - zu erhalten?
Viel naheliegender wäre es doch, den Genpool zu erweitern. Passende Individuen anderer Rassen einzukreuzen. Natürlich verliert man dabei ein paar typische Eigenschaften... Aber ist es wirklich so wichtig, ob ein Hund einen braunen Punkt auf der Nase hat oder einen Ringelschwanz?

Man muss ja nun weiß Gott nicht gleich alle sinnvollen Selektionskriterien über Bord werfen. Aber der Unsinn der Farbzucht, der streng getrennten Schläge, der reinen Schönheitszucht, dem Beharren auf Reinrassigkeit um jeden Preis - warum kann man damit nicht aufhören, statt gleich die ganze Rasse zu zerstören?

Man muss ja auch nicht eine Dogge in den Chihuahua-Genpool einbringen. Aber es gibt so viele Rassen, die sich in Aussehen und Verhalten bzw. Verwendungszweck ähneln. Vielleicht liegt darin der Ausweg aus der genetischen Sackgasse, in die der unsinnige Glaube an die "Rassereinheit" die Hundezucht manövriert hat.

Was die Genetik angeht, gibt es kein "Reinrassig" und "Mischling". Das sind keine Begriffe, die in der Biologie irgendeinen Sinn ergeben, sondern es sind ideologische Begriffe, deren Bedeutung nur aus Glaube und blinder Überzeugung erwächst, und nicht aus wissenschaftlichen Fakten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Und die Zukunft der Hundezucht vielleicht auch...








Fazit: Kauft kein Josera

Werbung mit Qualzuchten, und so charmant, mon dieu.... Wer Facebook hat, ein netter Kommentar kann nicht schaden.

Video bei Facebook

Hier ein paar Argumente.

Suche ein Babyhund. Preis VB

Mal wieder ebay Kleinanzeigen... Man beachte den letzten Satz!
Es ist ein Screenshot - stand genau so drin. Herr, lass Hirn regnen.


Alphawurf

Sam ist ein großer, sehr ernster Border Collie aus Showzucht. Sehr groß und kräftig für einen Border Collie. Sam läuft immer ohne Leine schnurstracks vor seinem Herrchen oder Frauchen her, etwa 20 Meter vorneweg, guckt nicht links und nicht rechts.

Wenn Blacky Sam von weitem sieht, dreht er sofort auf dem Absatz um, zieht den Kopf ein, legt die Ohren zurück und läuft zielstrebig in die entgegengesetzte Richtung.  Wenn ich an Sam vorbeilaufen wollte, müsste ich Blacky an der Leine hinterher ziehen. Blacky möchte definitiv NICHT in Sams Nähe kommen. Auch nicht mit meiner Deckung, der er sonst immer vertraut.

Dabei guckt ihn dieser Hund nicht mal an.

Sam ist ein Alpha-Tier. Sam kann Alpha-Wurf.

Echt jetzt ® ?!?

"Ein Markenlabrador aus dem Hause Mingan®"

So steht es in einer ebay-Kleinanzeige (wo sonst sollte man seine Hunde aus einem "Zuhause mit Niveau" - Zitat - auch sonst zum Kauf anbieten?). Die Markenhunde gibt es in"Light mingan® Silber" und "Light mingan® Charcoal". Schick.
Nach kurzem Kopfschütteln habe ich mich mal auf die Suche gemacht nach weiteren Markenhunden. Ich kannte das bisher nur vom Elo® und dem davon abgespaltenen Canilo®. Greift das nun etwa um sich? Kommt nach der Doodlewelle und den Edelkreuzungen, Hybriden und Designerdogs, von Swissydog über Rassmo bis RiDo, nun die Markenhunde-Mode? Es scheint fast so...

Gegenverkehr

Heute morgen im Wald. Ich laufe so daher, mitten auf dem Weg. Kommt uns ein alter Mann mit Walkingstöcken entgegen. Auch mitten aus dem Weg. Ich also Hund ins Fuß und an den Wegrand. Und da Blacky nun mal links von mir Fuß geht, an den linken Wegrand.

Und der Oppa? Macht das auch. Also, mein Links, sein Rechts.

So einer, denke ich. Das kenne ich ja schon - die Leute müssen ja irgendwie immer versuchen, außen am Hund vorbei zu gehen. Warum? Das frage ich mich schon lange. Aber egal, man kann ja schon froh sein, wenn sie sich nicht zwischen mir und dem Hund durchquetschen wollen...

Meine eiserne Regel lautet nun aber: Hund immer außen. Ob mit oder ohne Leine. So können sehr viele Probleme und Missverständnisse überhaupt nicht erst entstehen. Der Hund hat Orientierung, kann sich sicher fühlen, ich habe Kontrolle über die Situation. Es wird niemandem vor die Füsse gelaufen, es kann kein ungewollter Kontakt aufgenommen werden, ob von Hund oder Mensch, der Hund weiß 100%ig: Ich habe mich um diese Situation einfach nicht zu kümmern. Geht mich nix an, ist nicht mein Problem. Gucken darf man natürlich, aber sonst passiert einfach NIX, nada, null. Ob da ein Hund ausrastet, ein Kind schreit, jemand lockt und schnalzt, Stöcke klappern. Diese grundsätzliche Übereinkunft macht das Leben einfach leichter.

Nun könnte ich die Seite wechseln und den Hund nach rechts nehmen. Geht ja auch. Mache ich auch oft - aber erstaunlich häufig gehen die entgegenkommenden Leute dann auch auf die andere Seite... siehe oben.
Da in diesem Fall ein breiter Seitenstreifen zur Verfügung steht, mache ich es mir leichter und gehe halt noch ein bissel weiter links.

Der Oppa aber auch.

Er hat offensichtlich auch seine Prinzipien.

Ich bleibe also einfach stehen, vor/neben dem Hund, und denke mir: Dann stöckel halt vorbei... Ist ja nicht so als ob ich es irgendwie eilig hätte.

Der Oppa steuert unbeirrt auf uns zu.

Da kommt mir jetzt der Umgang mit den Pferden zugute - die trainieren einen sehr effektiv darin, sich darüber bewusst zu werden, ob man sich bewegen lässt oder nicht. In meinem Fall: Nicht. Ist ja nicht so, als hätte ich Oppa nicht schon den kompletten Weg frei gemacht. Ich gucke also gelangweilt vor mich hin und warte. Bleibt der Oppa (ok, genug mit der Respektlosigkeit, der ältere Herr) stehen und ranzt mich an:

"Warum müssen Sie jetzt unbedingt links gehen?"

Hä?

Aber fragen ist ja immer gut. Ich also lieb und nett erklärt, dass es immer besser ist, wenn der Hund außen ist, so kann niemand angesprungen oder beschnüffelt werden, und der Hund hat keine Angst, denn viele Hunde mögen Walkingstöcke nicht, usw usf.

"Dann lassen Sie den halt rechts laufen!!"

Äh.. naja, der Hund geht Fuß und das hat er nun mal links gelernt, das macht man so (muss jetzt der Herr ja nicht wissen, dass er das auch rechts kann. außerdem kann er es links tatsächlich besser, weil zuerst und intensiver geübt, wegen der Begleithundeprüfung und so.)

"Ist der gefährlich?"

Hä?? Nein.

"Man geht rechts auf dem Weg!!"

Alles klar. An diesem Punkt habe ich mich entschieden, den guten Mann mit seinem gutbürgerlichen Ordnungssinn einen guten Mann sein zu lassen und bin wortlos weiter. (Mit dem Hund aussen selbstverständlich.)

Beim nächsten Mal nehme ich ne Lampe mit und blinke, bevor ich abbiege.


Morgenspaziergang


Heute getroffen:

Ein Aussie, der es geschafft hat, einen Riesen-Ast UND sein Bällchen gleichzeitig herumzutragen.
Eine Herde Schafe.
Ein Langhaar-Weimeraner. Wusste gar nicht, dass es das gibt. 8 Monate alt und weiß jetzt, dass Pudel giftig werden, wenn man ihnen eine Pfote auf den Rücken haut.
Eine Ziege, die wohl zur Schafherde gehörte, sich aber abgesetzt hat.
Viele Kaninchen. Nach dem ersten Anstarten, Rückrufen, Leberwurst-Schlecken uninteressant. Wenns doch bei Hasen genauso wäre!
Ein dicker Labbi, der auch ganz genau zwischen Hasen und Kaninchen unterscheiden kann, sagt sein Frauchen.

Und was halt sonst noch so rumläuft.