BARF für Dummies

*Für den folgenden Produkttest habe ich Futter vom Hersteller umsonst zur Verfügung gestellt bekommen*

Beim Hundefutter gibt ja viele Abstufungen. An einem Ende der Skala wird ein Sack mit getrockneten Pellets geöffnet, die weder vom Geruch noch Anblick her auch nur an Fleisch erinnern. Oder es geht noch weiter, und man füttert gleich vegan - aber das möchte ich nicht mehr als Hundefutter bezeichnen... Am anderen  Ende werden komplizierte Futterrationen berechnet, komplett mit Ölen, Kräutern und Zusätzen, es wird Gemüse püriert und Fleisch portioniert - oder, eine andere Variante, gleich ganze Kaninchen, Tauben oder Enten verfüttert (das heisst dann Prey Model Raw), alles so natürlich wie möglich, samt Blut, Federn, und Knochen.
Es gibt eigentlich nix, was es nicht gibt.

Irgendwo in der Mitte dieser vielfältigen Hundefutterwelt findet sich Juni-BARF, dass Blacky und ich testen durften.

Juni-Barf ist was für Leute, die ihren Hund gerne roh bzw. frisch füttern möchten, aber eigentlich den Anblick und Geruch von rohem Fleisch nicht unbedingt zum Glücklichsein brauchen und das ganze Hantieren mit den Fleischpackungen, das Auftauen und Portionieren lästig finden. Also Pseudo-Barfer, die keine richtigen Barfer sind (und sein wollen), die aber auch nicht zur Astronautennahrung greifen möchten oder Berge von Blechdosen fabrizieren.

Also, quasi Ich. Hier der Testbericht.

Die größte Hürde, wie immer, das Zeug muss erst mal zum Kunden, und das geht in diesem Fall per DPD. Leider, denn damit bin ich als Stammkunde raus - wenn ich nämlich nicht da bin (oder der Paketbote der Einfachheit halber erst gar nicht klingelt), landen DPD-Lieferungen in einem ziemlich obskuren Kiosk in der der Stadt, wo man gerne mal mit einem "Bin gleich wieder da" Zettel an der Tür darüber informiert wird, dass das Hundefutter jetzt wohl noch einen Tag länger vor sich hin tauen muss. Nicht gut. Zumal die Testlieferung auch noch eine Woche zu spät kam, weil das Paket beim Versand beschädigt wurde und zurückging.
Die zweite Testlieferung konnte ich dann glücklicherweise an einem freien Tag persönlich in Empfang nehmen. Alles ordentlich verpackt. Da gibt es nix zu meckern.

Im Paket findet man dann solche Tüten.


Und das ist drin:

Das gewolfte Fleisch ist hübsch in pfotenförmigen Eiswürfeln eingefroren - völlig problemlos zu portionieren und in der gewünschten Menge entnehmbar. Kein tropfender Fleischsaft. Kein Rauspulen aus Plastikverpackungen. Keine Tupperdosen zu spülen. Keine aufgetauten Reste im Kühlschrank. Cool! Die ganze Handhabung ist so sauber und praktisch, wie mit einem Sack Trockenfutter. Also wirklich BARF für Dummies!

Davon gibt es sowohl Menus (inkl. Innereien, Ölen und Gemüse, ohne Kohlenhydrate - Nudeln oder Reis kann man ja dann selbst dazugeben, wenn man möchte) als auch pures Rind, Geflügel, Pferd, Lamm, Wild, Innereien oder Lachs sowie reine Gemüseportionen. So kann man sich entscheiden, ob man Rationen selbst ausrechnen und zusammenstellen oder sich auf die fertigen Menus verlassen möchte.

Aufgetaut sieht das dann so aus:


Geruch und Gesamteindruck waren gut - gerade bei Menus kann man da ja unangenehme Überraschungen erleben -  und der Mäkelhund hat's auch tatsächlich gern gefressen. Daumen hoch! 

Preislich ist das Angebot mit anderen BARF-Shops vergleichbar - die Menus kosten z.B. 3,55 Euro pro Kilo, das Fleisch z.B. 2,85 für Hühnerhälse oder 3,99 für Pferd. Gegarte Varianten gibt es auch noch. 

Versand ist kostenlos ab einer Bestellung von 15 Kilo, sonst 7,50 Euro. 

Insgesamt: Einfach praktisch. Ich habe nix auszusetzen - und werde Juni-BARF im Auge behalten, sollten die jemals das Versandunternehmen wechseln, bin ich dabei! 

Aber bitte nicht UPS. Die sind noch schlimmer... 

Das ist doch nicht schwer

Eine Pferdebesitzerin beklagte sich, dass ihr Pferd bockig und unwillig sei, Gegenwehr leisten würde, sogar steigen und nach ihr treten würde. Dabei wollte sie nur im Schritt longieren, das Pferd sollte einfach um sie herum gehen - "Das ist doch wirklich nicht so schwer!"

Aber wenn ein Tier - ob Hund oder Pferd - sich so heftig widersetzt,  dann ist doch wohl offensichtlich, dass es eben doch "schwer" ist, was Mensch da verlangt. Ist es fair, zu beurteilen, was ein anderes Lebewesen leicht oder schwierig findet, was ihm Angst oder Unbehagen macht? Es ist ja schon schwer genug, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen.

Ich habe keine Probleme damit, jemand Fremdes anzusprechen oder vor einer Gruppe Menschen zu reden. Aber ich kann es mir vorstellen, wie man sich fühlt, wenn einem dabei mulmig ist - ich muss nur daran denken, wie ich mich fühle, wenn ich auf eine Leiter klettern oder über eine Hängebrücke laufen soll.

Es wird nicht besser, wenn man angebrüllt wird - "Stell dich nicht so an, was bitte ist so schwer daran, dich vor 50 Leute zu stellen und zu sprechen?" Super, oder?

Sicher muss man sich manchmal überwinden, und zur Ausbildung eines Tieres gehört natürlich, dass es lernt, Dinge zu tun, die es erst mal nicht kann oder will. Aber welche Aufgaben wie schwierig sind - das entscheidet der Schüler.

Mir tut es immer in der Seele weh, wenn ich höre, wie schlecht manche Leute über ihre Tiere denken. Als hätte der Hund oder das Pferd nix anderes im Sinn, als uns zu ärgern. Warum sollten sie?


Bonni, der Wildschwein Detektor

Blacky, der Jagdhund, schlendert ganz relaxed durch den Wald, ich, die Krönung der Schöpfung, lasse mich durch die Gegend tragen - da hebt Pony Bonni den Kopf, spitzt die Ohren, starrt in den Wald - "Da ist was!"

Hmm, denke ich, so ein schmaler, steiler Weg, ich steige besser ab und leine den Hund mal an - da kreuzt auch schon die Bache unseren Weg. Gefolgt von ihren Frischlingen.

Ob Blacky ohne Leine hinterher wäre? Ich weiß es nicht. Aber ich bin froh, so einen Wildschwein-Detektor zu haben. Bonni zeigt Wild inzwischen zuverlässiger an als Blacky - früher hat sie das nie gemacht. Angst hat sie nicht, bevor sie scheut, muss das Wildschwein schon sehr sehr nah sein.

Ob es daran liegt, dass sie es sich abgeschaut hat? Wenn Blacky etwas anzeigt, bekommt er ja eine Belohnung, und weil er, um aus der Leberwursttube zu schlecken, an meinem Bein hochsteigen muss, bekommt Bonni DAFÜR dann auch eine Belohnung - macht sie es deshalb? Vermutlich ärgert sie sich darüber, dass der verträumte Herr Pudel sooo viele Gelegenheiten ungenutzt verstreichen lässt.

Ich weiß es nicht, aber ich find's super.

Und wenn einer von uns dreien - Pony, Pudel und ich - jemals in der Wildnis bestehen müssten, dann bin ich sicher, Pony Bonni würde als einzige überleben.

Hinkebein

Blacky hat sich wohl den Fuß verknackst... Er humpelt leicht, vorne rechts, gestern ziemlich deutlich, heute nur noch leicht. Nichts offensichtliches zu finden, nix dick, nix warm, kein Fremdkörper. Mal schauen, wie es morgen ist. Gassi gehen mag er nicht... lag den ganzen Tag unterm Sofa, der süße Schlumpf.

Was mir bei der ganzen Sache das Herz gebrochen hat (ein bisschen)...

Blacky hatte als Junghund, als das Fell noch ganz weich war, oft Kletten oder Grannen zwischen den Zehen stecken, inzwischen passiert das Gott sei Dank nur noch selten. Das piekste natürlich immer. Und obwohl er das Rauspulen auch erst mal blöd fand, hat er schnell gelernt, "Bescheid zu sagen" - hat sich auf den Rücken gerollt und mir das betroffene Pfötchen hingehalten. Mit einem ganz flehenden Blick: "Hiiilfe...".

Das hat er diesmal auch gemacht. Auf dem Weg zur Wiese an der Leine denke ich schon: Der läuft nicht sauber. Kaum abgeleint, es sind ja nur ein paar Meter - Pudel schmeisst sich ins Gras und streckt mir die Pfote entgegen. Und zuhause auf dem Teppich auch.

Soviel Vertrauen, soviel Gewissheit, dass ich es schon richten würde. Konnte ich aber nicht, dabei wünscht man sich nichts sehnlicher in so einem Moment.

Soviel wird immer darüber geredet, dass Tiere kein "Kindersatz" sein sollen/dürfen/können. Stimmt auch.. aber ein solcher Moment, dieses Gefühl, das anvertraute Wesen immer beschützen und ihm helfen zu wollen, es aber einfach nicht immer zu können - das bringt dieselbe Saite zum Schwingen, ob Zwei oder Vierbeiner. Man wäre so gerne wirklich so stark und klug und allmächtig, wie es unsere Tiere und unsere Kinder glauben - naja, in letztem Fall für ungefähr die ersten fünf Lebensjahre :-))

Mehr als den Pudel neben mir auf dem Sofa zu kraulen kann ich nicht tun - und sehr froh und dankbar darüber sein, dass es wohl nur eine Kleinigkeit ist.






Pudeltreffen

 

Ein Treffen der Glückspudelfamilie (und Ableger). Bei schönstem Sonnenschein an Main und Rhein entlang. Blacky trohnt in der Mitte - und man sieht ihm an: So nett das Treffen für die Menchen, so überflüssig fand er das. Aber was tut man nicht alles....
















Hier sieht man den Vergleich zu seiner Wurfschwester Ronja. Wo bei Blacky der Großpudel-Opa durchschlägt, ist Ronja deutlich kleiner geraten.

 

Mir hat das Treffen mal wieder Anlass zum Nachdenken gegeben. Dass Blacky auf große Gruppen und fremde Hunde inzwischen verzichten kann, ist mir ja schon öfter aufgefallen.

Das richtige Werkzeug ist alles

Ja, ja, was weiß ich schon über Hundesport. Alles ganz sanft, total nett zum Hund. 
Dabei bin ich nicht mal jemand, dem alles immer nur aus Zuckerwatte sein muss. Aber wenn ich solche Beschreibungen (von der Webseite des irgendwie total berühmten Ausbilders Bart Bellon) lese... Na, ratet mal, um was es hier geht:

"For people who appreciate fine design, as well as for people who want to stay out of political snares, and all people who just want to train their dog and want their remote trainer to be inconspicuous and desire to answer no more questions about their tools."

"Für Menschen, die schönes Design mögen, und für Menschen, die sich politischen Fallstricken entziehen möchten, und für alle, die nur ihren Hund trainieren möchten und ihren Ferntrainer unauffällig haben möchten, und die keine Fragen mehr über ihre Werkzeuge bantworten möchten."

Ja, ein unsichtbares Elektro-Halsband. Kein hässliches Kästchen mehr, sondern ein elegantes, schmales, anschmiegsames Halsband. Für bessere Kommunikation mit dem Hund. Toll, das.

Ich mags hier nicht verlinken, aber Google hilft, wenn man mehr rausfinden möchte.

Drauf gekommen bin ich, weil ich herausfinden wollte, was hinter der so drollig benamsten Methode "NePoPo" steckt

Neues vom Futtertester

*Für diesen Artikel habe ich Produkte von den Händlern zur Verfügung gestellt bekommen*

Erinnert sich noch jemand an meine BARF-Katastrophen? 
Platz 1, die Blutlache im Postamt?
Ein schlampig verpacktes Paket, undichte Fleischpackungen, es war so eklig. Ein knappes "Kann nicht sein" vom Versandhandel auf meine Beschwerde. Kein Ersatz, keine Entschuldigung. Das wars dann für mich mit TK-BARF per Post!

Vor ein paar Wochen kam die Anfrage eines anderen BARF-Versandhandels, ob ich ein Testpaket zugeschickt haben möchte. Okay, probieren wir es nochmal!

Auf und Ab

Nach dem gestrigen Frust-Erlebnis heute das komplette Gegenteil. Blacky hat mir im Wald völlig entspannt zwei Rehe angezeigt.
Die Tiere standen etwa 150 Meter weit weg mitten auf dem Weg - ich hätte sie gar nicht bemerkt, wenn Blacky nicht hingesehen hätte. Völlig ohne Anstalten, loszurennen, auch als die Rehe dann davonsprangen. Statt dessen hat er sich seine wohlverdiente Leberwurst abgeholt - erst meine Tube leergeschleckt, und dann hat das Frauchen seiner Hundekumpelin noch ihre halbe Tube spendiert. Danach sind wir ohne Leine weiterspaziert, an der Stelle vorbei, an der die Rehe in den Wald verschwunden sind.

Es geht also doch!

Die beiden Erlebnisse an zwei Tagen hintereinander zeigen mir wieder mal überdeutlich: der Schlüssel (bei diesem Hund bzw. diesem Hundetyp) liegt in der Ansprechbarkeit. Ist der Hund entspannt und nicht "hochgedreht", kann er dem stärksten Reiz widerstehen. Ist er ohnehin schon gepusht, wie man im Neu-Hundedeutsch sagt, braucht es nicht mal einen Reiz.

Deutlicher hätte mein Hund mir das nicht klarmachen können.

Arschkeks

Damit ich mich nach dem großen Frohlocken über die Anti-Jagd-Fortschritte meines Flitzepudels nicht in falscher Sicherheit wiege, ist mir der Arschkeks dann heute mal abgehauen. Seit Monaten zu ersten Mal (ich weiß nicht mehr, wann das zuletzt passiert ist).

Wir waren unterwegs mit den Pferden und schon auf dem Rückweg, aber nach eineinhalb Stunden mit viel flottem Trab hat die Energie noch gereicht, mit Vollgas ins Gebüsch abzudampfen. Ob da Wild war oder nicht - keine Ahnung.

Wir haben dann ca 5 Minuten gewartet. Ich dachte ja, es wäre länger... viel länger... gewesen, zieht sich ja wie Kaugummi. Man denkt über Suchanzeigen auf Facebook nach, über Zettel an den Bäumen, nächtliche Suchaktionen, es dämmert ja sogar schon.... kommt einem wie Stunden vor. Aber die Begleitung meinte, es wäre eher sogar weniger als 5 Minuten gewesen.

Dann kam der Pudel, endlich, ziemlich feddisch angeschlichen, voller Kletten, mit hängendem Schwanz - die Erleichterung, dass Frauchen noch da ist, ins Gesicht geschrieben. Hmmpf. Nach Hause gings dann an der Leine.

Das Gute an solchen Aktionen: Man lernt (hoffentlich) aus seinen Fehlern. Blacky ist vorher schon zweimal kurz vom Weg runter, liess sich zwar zurück rufen - aber daran hätte ich sehen müssen, dass er zu aufgeregt ist. Ich musste ihn häufig rufen und immer wieder ausbremsen, er liess sich nicht neben oder hinter den Pferden halten, sondern wollte immer vorbei, generell ist das Laufen mit mehreren Pferden für ihn viel emotionaler und energiegeladener, als wenn wir alleine sind - wenns knackig kalt und die Pferde flott sind, sowieso.

Tja, das fiel mir ja auch auf. Man ist ja nicht ganz blöd. Aber doch ein bisschen... "Eine Trabstrecke noch, da vorne leine ich an!" Sprachs und sah den Hund verschwinden. Er versteht halt jedes Wort, will man meinen.

Fazit: Wenn man denkt: Oh, der Hund ist aufgedreht, GLEICH sollte ich anleinen - dann sollte man besser SOFORT anleinen.

PS: Mancher möchte mich bestimmt hauen und schimpfen, dass ich den Hund trotzdem frei laufen lasse - und man überlegt sich natürlich, ob man solche Sachen überhaupt öffentlich schreiben soll. Aber ich finde, es gehört einfach dazu, dass mal was schief läuft.  Es gibt solche und solche Tage, und das wird immer so sein.

Gefahren lauern überall

Heute morgen laufe ich quer über den großen Parkplatz, um ins dahinter liegende Wäldchen zu kommen - und werde beinahe von einem riesigen Abschleppwagen über den Haufen gefahren. Der Typ hat mich nicht - bzw. erst ziemlich spät - gesehen. Meinen Hund hätte er garantiert noch viel weniger gesehen, wäre er 5 Meter entfernt von mir an der Flexi rumgestromert.

Sowas sehe ich jeden Tag, und es läuft mir echt kalt den Rücken runter. Herrchen hier, Hund dort, dazwischen 5 Meter dünne, unsichtbare Schnur.

Auf Parkplätzen (und sowieso überall, wo Verkehr ist), gehört kein Hund an die Flexi, und wenns denn unbedingt sein muss, dann bitte: ganz kurz und Stoppknopf rein. Genauso wie man (hoffentlich) kleine Kinder an die Hand nimmt bzw. nah bei sich behält. Beim Rückwärts ausparken oder Parkplatz suchen werden sie sonst schlicht übersehen.

Überhaupt Flexileinen - ich hab auch eine, es gibt Situationen, wo sie sehr nützlich sind - aber an die Flexi gehören für mich ausschließlich Hunde, die leinenführig sind, sprich nicht in die Leine donnern; die nicht überall unkontrolliert hin wollen, sprich gelernt haben, mit Ablenkung umzugehen; die ich weitestgehend über Kommandos lenken kann, also zu mir rufen kann und nicht die Leine dafür brauche. Sprich: An die Flexi gehören Hunde, die eigentlich auch frei oder an der kurzen Leine laufen könnten, aber an der Leine sein müssen, z.B. wegen Leinenpflicht, oder weil ich mit "hundelosen" Menschen unterwegs bin und nicht ordentlich auf den Hund gucken kann oder will.

Meistens befestige ich die Flexi dabei an meiner umgehängten Kurzleine, um nicht Gefahr zu laufen, den unhandlichen Plastikkoffer fallen zu lassen - das kann den Hund ganz schön erschrecken (sollte man übrigens unbedingt mal üben, damit der Hund das kennt, wenns doch mal passiert, und nicht panisch wird!).

Hundekontakt an der Flexi ist tabu!

Was alles schief gehen kann mit der Flexi ist hier *Klick* schön zusammengefasst.

Ein Ersatz für Erziehung sind Flexis auf keinen Fall, und auch kein Trainingsinstrument. Da sollte man doch besser zur Schleppleine greifen.

Richtig blöd kanns übrigens an der Flexi (allerdings auch an anderen Leinen) werden, wenn man mit dem Hund Fahrstuhl fährt. Hund drinnen, Mensch draussen (oder umgekehrt), Fahrstuhl geht zu und fährt los... noch Fragen? Bitte immer aufpassen, dass Hund und Mensch gleichzeitig einsteigen.

Ein anderer gefährlicher Ort sind Rolltreppen. Hunde, die mit den Krallen in den Ritzen der Stufen hängenbleiben - nicht schön. Ich war mal in einem Junghundekurs, wo tatsächlich geübt wurde, Rolltreppe zu fahren... Äh, Nein! Entweder der Hund lässt sich ruhig und sicher tragen, oder man nimmt den Fahrstuhl.

Auch schön: Unkontrolliertes Aussteigen aus dem Auto. Das ist Übungssache, und man entschärft vieles, wenn man die Leine grundsätzlich immer dran macht, bevor der Hund aussteigt. Ich mache sie ja gar nicht erst ab, aber da es sicher Hunde gibt, die im Auto unruhig sind und sich verheddern können, würde ich das nicht als allgemein sinnvollen Ratschlag ansehen.

Althrein zugefroren


In den letzten frostigen Tagen gab es immer wieder Meldungen wegen eingebrochener Hunde - Eisflächen sind gefährlich. Es gibt Leute, zu denen das noch nicht durchgedrungen ist.






Und zuletzt: Mein Nachbar. Der fährt immer Fahrrad mit seinem großen Labbi-Mix. Der Hund läuft neben ihm (dicht neben ihm), die Leine, am Halsband,  ist zur Schlaufe eingehakt und schräg über den Oberkörper gehängt. Das ist - egal wie brav der Hund ist - saugefährlich. Ein Stolpern, ein Zaudern oder Ausweichen des Hundes, ganz zu schweigen von Hängenbleiben, genügt und alles gerät ins Straucheln.

Ich halte die Leine immer nur locker in der Hand und trotzdem ist es mir schon passiert: Beim Reiten, Hund angeleint, weil wir eine Strasse überqueren mussten. Ich habe die Leine ein wenig nachgefasst und mir dabei aus Versehen um einen Finger gewickelt. Pony macht einen Schritt zur Seite, Hund weicht aus, gerät dadurch hinter einen schmalen Baumstamm - und zwei Schritte später lag ich schon unten.  Das war im Schritttempo, weicher Waldboden, beide Tiere blieben sofort stehen. Trotzdem hätte ich mir den Finger brechen können, am Halsband hätte sich der Hund schwer verletzen können (daher trägt er immer Geschirr beim Radfahren und Reiten), das Pferd hätte sich erschrecken können. Beim Radfahren, mit Tempo, auf der Strasse - ich möchte es mir nicht vorstellen.
Sowas passiert mir sicher nicht nochmal. Am meisten hat mich geärgert, dass ich es ja vorher schon genau wusste, wie doof es ist, sich die Leine um die Hand zu wickeln. Tja.

Also,  der Hund gehört beim Radfahren ans Geschirr. Die Leine gehört nicht am Menschen befestigt, auch nicht um die Hand oder den Lenker gehängt oder gewickelt.
Die Leinenhalter hinten am Rad sind deutlich sicherer, weil sie das Gleichgewicht weniger beeinträchtigen, mein Fall sind sie trotzdem nicht. Was, wenn ich stürze? Der Hund hat keine Chance, wegzukommen.

Mein Nachbar meint, sein Hund macht das so brav, da passiert nix. Sollte auch besser nicht, schließlich fährt auch die 2jährige Tochter im Kindersitz mit. Puh.


Mein Anti-Jagd-Tagebuch

Ein Trainings-Tagebuch, das nie geführt wurde. Alles zu kleinschrittig, zu "banal". Vielleicht, wenn ich einen echten, richtigen Jäger hätte. Aber, wie ich ja schon beim AJT-Seminar erfahren habe, ist Blacky der klassische Pseudo-Jäger. Bei ihm ist "Jagen" kein echtes Jagen sondern ein unkontrolliertes Rennen, ausgelöst durch einen Sichtreiz oder auch einfach nur als Übersprungshandung bei zu großer Aufregung.

Daraus ergibt sich logischerweise: Bewegungsfreiheit einschränken und kontrollieren (auf dem Weg bleiben, Radius einhalten, Umorientierung). Beides ist durch monatelange Kleinarbeit gut gelungen. Das war einfach nur eine Frage der Geduld, ständiger positiver Verstärkung und intensiven Übens. Rückblickend hätte ich natürlich früher damit anfangen können bzw. müssen - so ein Rennsemmel-Hund war echt was Neues für mich - andererseits sehe ich schon sehr deutlich, dass man die Selbstbeherrschung, die das Einhalten eines relativ kleinen Radius erfordert, nicht bei jedem jungen, lebhaften Hund voraussetzen kann.

Der oft empfohlene Weg, den Hund die ersten 1,5 Jahre nur an der Schleppleine zu lassen, wäre für mich echt unvorstellbar gewesen. Klar, da macht einem ein anhänglicher, eher unselbständiger Will-to-Please Hund das Leben natürlich leichter als ein eigenständiger Jäger, der dann mal vier Stunden weg ist. Natürlich kann man nie irgendwas garantieren, aber ich weiß, dass Blacky recht schnell wieder umdreht, und ich weiß aus Erfahrung, dass er nicht zupackt (nicht mal bei einer Maus, und eine abgestürzte Krähe und ein Kitz, dass direkt vor uns auf den Weg gestolpert ist, hatten wir auch schon, beiden wurde weder Haar noch Feder gekrümmt, zum Glück).

Die Sache mit der Aufregung hat sich mit der Bewegungseinschränkung recht schnell von ganz allein erledigt. Blacky ist ein Hund, dem klare Regeln und Strukturen Sicherheit geben. Ein absoluter Schlüssel für uns war (und ist) dabei die Leinenführigkeit.
Für Blacky ist die Leine eine Art Entspannungssignal. Wenn die Leine dran ist, weiß er einfach, dass jetzt die Aussenwelt keine Rolle mehr spielt. Ich gratuliere mir täglich dafür, dass ich damit so eisern war (und bin), schon in der Welpenzeit. Leine ist "Safety Zone" und eine Art Käseglocke. Eine grüne Zone für den Hund.
Blacky fährt an der Leine sofort runter. Wenn er also anfing, zu scannen, rumzurennen, aufgeregt zu werden, kam die Leine dran. Nach einer Weile Pause an der Leine konnte er dann auch wieder entspannt frei laufen. So waren auch längere Ausflüge und Ritte möglich, bei denen er sonst wegen Reizüberflutung Stress bekommen hätte.
Klar, bei einem Hund, dem unterwegs die Löffel ausgehen, würde man eigentlich sagen: dann eben nicht so lange raus. Blöd aber, wenn der Hund dann sein Bewegungsbedürfnis nicht ausleben kann - noch blöder, wenn genau dieses Bedürfnis einer der Auslöser für das "Jagen" ist.

Da hat uns das Radfahren geholfen. In diesem Sommer haben wir das verstärkt gemacht, und es tut Blacky sehr gut.  Einfach mal 10-15 km durchgehend locker Traben oder Galoppieren können - er läuft fast die ganze Zeit frei, kann also auch mal Schnuppern - und der Hund ist völlig zufrieden. Er scannt nicht, er guckt nicht mal groß links und rechts, er braucht ja keinen Auslöser zum Rennen zu suchen.  Und diese Entspannung nimmt er auch in andere Situationen mit.

Also: Ein Hund, der sich nicht enfernt, auf dem Weg bleibt, sich an mir orientiert, entspannt ist und nicht nach hetzbaren Objekten am Horizont sucht - dafür hat sich die Mühe gelohnt (und wird natürlich fortgesetzt, perfekt sind wir ja noch lange nicht). Heute waren wir fast drei Stunden Ausreiten, mit einem zweitem Pferd, in Gelände, dass ihn sehr zum Rennen animiert - Obstbaumwiesen, große offene Flächen, von denen er weiß, dass es dort reichlich Rehe und Hasen gibt - und es hat geklappt, und zwar komplett ohne Leine. Nicht ohne Aufpassen meinerseits natürlich, aber ohne Abdüsen. Nur einmal hat er angesetzt - und das bringt mich zum letzten Punkt.

Rückruf bei Wildsichtung.

Dazu hätte ich noch vor einem halben Jahr gesagt: Unmöglich. Das schaffe ich nie. Da Blacky weder nach Spuren geht, noch stöbert, noch den Weg verlässt, wird es nicht so häufig zu Sichtungen kommen - aber Abrufen vom Wild? Im Leben schaffe ich das nicht. Nicht, wenn alles erst mal in Bewegung ist. Umorientieren bei Vögeln, ja. Das klappt gut. Aber sprintende Hasen und Rehe?

Was nicht heisst, dass ich es nicht versuche. Aber der ganze Aufbau von Superrückrufen, Pfeifen etc. ist irgendwie an meiner Inkompetenz gescheitert. Die Pfeife vergesse ich entweder zu Hause oder denke im entscheidenden Moment nicht dran. Und der Superrückruf - das war auch nix für uns. Blacky ist sowieso nicht der Vorzeige-Rückruf-Hund. Aus der Ablage auf dem Hundeplatz, ok, da flitzt er zu mir - aber im Alltag wird nicht zu Frauchen galoppiert, sondern erst noch mal gepinkelt und dann gemütlich zu mir geschlendert (warum und wieso das so ist,  und warum ich das toleriere, das ist dann wieder ein anderes Thema...)

Daher geht es mir weniger um einen Superrückruf als um einen Abbruch. Lass es sein!! Ob der Hund dann stehenbleibt, sich wieder auf den Weg begibt, in der Landschaft runguckt oder zu mir zurückkommt,  ist mir egal. Nur weiterrennen soll er nicht. Und dieses "Abbruchsignal" ist einfach nur markerschütterndes Gebrüll. Beim ATJ-Seminar hiess es ja auch: Richtig laut und richtig oft rufen, damit man auch zum Hund durchkommt. Prima, laut kann ich!

Damit Blacky davor keine Angst bekommt, gibt's für den erfolgten Abbruch direkt auch immer eine Belohnung. Wenn er anfangs wohl wirklich vor Schreck reagiert hat, ist es inzwischen zum Signal geworden und schüchtert ihn auch nicht mehr ein. Aus Pseudo-Spaß-Durchstart-Aktionen liess er sich bald stoppen auf diese Weise - um sich dann die Leberwurst abzuholen. Aber bei echter Wildsichtung?

Und dann: Der Hundekumpel (der eigentlich überhaupt nicht zum Jagen neigt), stürzt sich ins Gebüsch, scheucht zwei Rehe auf, direkt vor uns, die Hunde hinterher... so laut habe ich noch nie gebrüllt. Und Blacky - bleibt stehen. Guckt zu mir, guckt dem Rehen und seinem Kumpel nach.  Überlegt. Und: Kommt zu mir. Ich hatte weiche Knie. Die Leberwurst mit zitternden Fingern rausgefischt. Die ganze Tube gab's.

Ein paar Mal hat er mir inzwischen schon Rehe angezeigt, sich direkt die Leberwurst abgeholt, statt loszurennen. Ein paar Mal hat sich stoppen lassen, als ich aber nicht sicher war, ob da wirklich Wild war. Aber aus vollem Lauf, mit dem Wild direkt vor der Nase... Für solche Momente hat sich das ganze Üben wirklich gelohnt.

Das ist der Stand der Dinge - mal sehen, was der Frühling bringt!









Born Again

Mal was schräges:

"Meine Familie und ich haben am 27.12.2016 unsere geliebte Hündin und Familienmitglied verloren, jedoch glauben wir an Reinkarnation (Wiedergeburt).
Wir wünschen uns vom ganzen Herzen das das unsere süße wieder zu uns nach hause kommt.
Wenn sie am 28.12.2016 (ca. Halb 12) einen Wurf bekommen haben ist unsere Dora vielleicht dabei.
Wir bedanken uns im voraus für jede Unterstützung die wir von Ihnen bekommen.
Sie können mich gerne hier per Nachricht kontaktieren."

Also, falls jemand einen reinkarnierten Welpen dabei hat, hier geht es zur Anzeige.

Da der Trick bei der ganzen Reinkarnation-Sache ja ist, dass man - voraussgesetzt, man war brav - bei jeder Wiedergeburt eine Stufe höher klettert, muss es ja ein Pudel sein!

Das Krönchen der Schöpfung :-)

Total sinnlos

Ich habe gerade bei einem Frostfutter/BARF Anbieter gekochten Reis entdeckt.

Reis, gekocht (besonders nährstoffschonend, so gut kriegt das die Mutti am Herd nie hin!), eingepackt in Plastik, verschickt quer durch Deutschland. 

Diese Sinnlosigkeit hat natürlich ihren Preis: 2,09 € für 500 gr gekochten Reis. 

Joa.

Noch absurder wirds aber hier: Hundewasser. In der DOSE.  180 ml für 1,80, das ist doch ein Schnäppchen. Das ist das "Hundewasser flüssig". Man kann auch Pulver bestellen.

Vermarktet wird das Hundewasser als geeignet für Hunde, die zuwenig trinken.

Was ist drin? Hauptsächlich Maltodextrin. Wenn man sich durchliesst, was das ist, frage ich mich, warum ich das im Hund will. Warum wenig trinkende Hunde extra Kohlenhdyrate brauchen, erschliesst sich mir nicht. Wie wär's gleich mit Limo?

 Das Problem, dass der Hund zuwenig trinkt, ist mit einer 180 ml Dose sicher nicht dauerhaft gelöst, da ein 15 Kilo Hund schon etwa 750 ml Wasser pro Tag braucht, aber bitte... Kauft man halt paar mehr Dosen.

Zum Trinken anregen kann man Hunde auch einfach, indem man ein bisschen Wurstwasser oder Brühe ins Wasser tut. Viele mögen es auch, wenn es ein bisschen erdig schmeckt, wie eine Pfütze oder aus dem Blumentopf-Untersatz, solchen Kandidaten kann man ein bisschen Blumenerde ins Wasser geben.
Man kann es mal mit einem anderen Napf probieren (kein billiges Metall). Oder anwärmen.

Wer sich Sorgen um den Wasserhaushalt seines Hundes macht, kann auch einfach auf Nassfutter in irgendeiner Form, gekocht, Dose, BARF, umsteigen. Der Wasserbedarf eines Hundes, der trocken ernährt wird, ist vervierfacht.

Ach übrigens, wer barfen will: Ich weiß, wo man total günstig gekochten Reis bestellen kann!