Der Spuk ist vorbei

... aber mich lässt die Frage nicht los, wie so viele drauf reinfallen konnten.

Die Rede ist von der unsäglichen Ideologie der "vererbten Rudelstellungen", die vor einigen Jahren Wellen schlug. Inzwischen ist das Ganze eingeschlafen, weil sich viele von der völlig untragbar gewordenen Gründerin abwandten, weil das ZDF aufhörte, im großen Stil Werbung für den Schwachsinn zu machen, weil der Verein dahinter pleite ist, weil es Anzeigen wegen Tierschutzwidrigkeiten hagelte und vielleicht, hoffentlich, auch, weil sich die unermüdliche Aufklärungsarbeit einiger Engagierter gelohnt hat.

Die ganze Misere aufgearbeitet findet man hier: rudelstellungen-klargestellt.de

Ich habe mir einige alte "Aussteiger"-Berichte (es ist wirklich wie bei einer Sekte) durchgelesen und habe mich immer wieder gefragt, warum sind so viele anfangs darauf reingefallen? Sicher, das meiste ist in der menschlichen Psychologie begründet, dem Wunsch nach Anerkennung, danach, Verantwortung abzugeben, von Schuld freigesprochen zu werden usw. usf. - das Ganze war ein schauderhaftes Sozialexperiment, quasi "Die Welle" für Hundehalter. Mit schlimmen Folgen für die Hunde, bis zum Tod.

Aber immer wieder liesst man eben auch von, zumindest anfänglichen, Durchbrüchen, Erfolgen. Davon, dass alles plötzlich leichter, besser, harmonischer wurde. Diese ersten positiven Erfahrungen gab es ja tatsächlich, und sie hielten die Leute bei der Stange.

An dem idiotischen Konzept lag es sicher nicht, da ist nicht "irgendwo ein Körnchen Wahrheit" dran. Davon wird mich keiner überzeugen. Erschreckend, wieviele Absplitterungen immer noch ihr Unwesen treiben, und die gequirlte *** unter anderen Namen weiterverbreiten - als "Hundesozialstruktur" oder "Geburtsrecht der Hunde". Bitte, bitte: Finger weg.

Aber was war es dann?

And the Winner is...

.. ein Pudel!

Bei der Westminster Kennel Club Dog Show, wie Spiegel Online vermeldet. Hundeshows interssieren mich eigentlich ja gar nicht. Der Artikel enthält aber einen hübschen Schmunzler ...

Zitat:
"Siba gewann in der "Non Sporting"-Kategorie - es gibt bei dem Wettkampf noch sechs weitere Gruppen: Jagdhunde, Spielhunde, Hütehunde, Arbeitshunde, Sporthunde und Terrier."
Spielhunde?

Ein Blick in Wikipedia verrät, dass es bei besagter Show die Kategorie "Toy Group" gibt.  Also die Gruppe der Zwerghunde.

Aber hey, "Spielhunde" ist auch süß. 

Blacky ist 80% des Tages ein Schlafhund. Und auf jeden Fall Sieger seiner Klasse. Unbestritten!

Ich bremse auch für Tiere


Sonntagmorgen bei Nebel. Ideal für einen einsamen Spaziergang... von wegen. Bei uns in unserem bisschen Wald ist ja immer viel los, aber heute morgen waren sie wirklich alle Joggen. Alle. Also, außer mir.

 

Da kann man mal wieder schön üben. Fuss. Geh rechts. Warte. Sitz. Weiter. Stopp.

Nur manchmal möchte man den ganz sportlichen Läufern und vor allem Mountainbikern das Motto "Ich bremse auch für Tiere" hinterherrufen... Im Wald, anders als im Strassenverkehr, hat anscheinend automatisch immer der Vorfahrt, der schneller ist. Nichts wie aus dem Weg!

Aber die meisten sind ok, und ab und zu bedankt sich sogar jemand, wenn man ihm Platz macht.

Ach, und zum Thema Bremsen für Tiere. Lange hiess es, wer für (kleinere) Tiere bremse, werde für mögliche Auffahrunfälle verantwortlich gemacht. In den letzten Jahren hat sich die Rechtsprechung in der Sache anscheinend an neue Gegebenheiten - wie die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz und diverse Novellen des Tierschutzgesetzes - angepasst. Es muss nicht gleich ein Elch sein, damit man bremsen darf.

 



Schluss mit der Knallerei

Es ist vielleicht nicht weltbewegend wichtig, dass mein Hund jedes Jahr 1000 Tode stirbt vor Angst. Aber es macht mich noch ärgerlicher über die Silvesterböllerei, als ich es eh schon bin.
Der Feinstaub, der Dreck, der Lärm, die Brandgefahr, die Angst bei Tier und Mensch - jeder kennt die Argumente. Privates Silvesterfeuerwerk ist einfach nicht mehr zeitgemäss.

Daher habe ich diese Petition unterschrieben. Vielleicht kann ich ja irgendwann auch mal wieder Silvester feiern, ohne mit dem Hund zu leiden und um die Pferde zu fürchten.

Und ein Statement einer SPON-Autorin dazu: Leiden wie ein Hund.
Ich finde, Sie hat ganz recht. Ich glaube aber nicht, dass sich irgendein Nicht-Tierhalter groß darum schert, wie es den Hunden geht.
Feinstaub und Umweltbelastung sind die besseren Argumente, denn das geht uns wirklich alle an.

Winter

Kalt, nass, dunkel - aber wenn man dann mal draussen ist, ist es doch eigentlich immer schön. Ohne Hund würde man soviel verpassen!






Und ohne Pferd auch:




Clean River Project

Eine Lieblings-Strecke zum Spazierengehen, ein verwunschenes Stück Rheinstrand - leider seit ein paar Jahren kein versteckter Geheimtipp mehr, sondern Party-Location. Am Wochenende dröhnt Musik, werden Feuer gemacht, und es wird jede Menge Müll hinterlassen. Mitten im Naturschutzgebiet... Dank solcher Idioten wird es dort vielleicht bald heissen: Betreten verboten!
Man kann sich nun ärgern, dass man nicht mehr am Samstag Nachmittag hier entspannt Spazierengehen kann. Oder man geht Montags morgens Müll sammeln... 



So hat Gassigehen gleich noch einen tieferen Sinn. Jemand, der es vorgemacht hat und beweist, dass der einzelne tatsächlich etwas bewegen kann - hier:



Hör doch einfach auf dein Bauchgefühl!



Heutzutage sind die Menschen so weit weg von der Natur. Jahrhundertelang hatte der Mensch Hunde und brauchte kein einziges Hundebuch. Hundeerziehung ist doch inzwischen viel zu verkopft!

Ja, wenn es doch so einfach wäre. Der ganze Kram mit der Natur ergibt nicht wirklich Sinn, wenn man nicht vor hat, mit dem Hund fortan in einer Höhle zu leben und Mammuts jagen zu gehen. Unsere Umwelt ist nun mal keine wilde Natur. Und ehrlich gesagt fragt man sich, wie weit es mit der Naturverbundenheit her ist, wenn dann der von Menschen gezüchtete und geformte Rassehund (vorzugsweise ein Rhodesian Ridgeback oder Weimaraner oder was anderes schickes, modisches...) in den SUV gepackt wird, um von der Hundewiese zurück ins geheizte Einfamilienhaus zu brausen. Wo es mit Sicherheit gemütlicher ist, als in der Höhle. Auch für den Hund. Natur ist toll, aber bitte nicht zu viel davon.

Die Jahrhunderte, Jahrtausende, die der Mensch schon Hunde hält, und das ganz ohne Hundebuch, da ist doch aber was dran, oder? Sicherlich. Wer aber sagt denn, dass das alles immer so wunderbar war?

ABAM

Jeder Artikel von Tierarzt Ralph Rückert ist lesenswert, wer den Blog noch nicht kennt, ganz schnell klicken!

Und damit hat er für mich den Nagel mal wieder so was von auf den Kopf getroffen - der neueste - äh nein, älteste Fütterungstrend: ABAM - Abstauber Bekommen Alles Mögliche!

Der Schmunzler der Woche

... war für mich die schöne Aussage einer zukünftigen Erst-Hundehalterin: "Ich möchte, dass die Leute meinen Hund sehen und sagen: Das ist mal ein gut erzogener Hund!"

Man möchte weise lächeln und sagen, aber ja, meine Liebe, das wollten wir alle...

Ohne Quatsch, natürlich finde ich das einen tollen Vorsatz. Es schimmert dabei aber auch gerne mal der Gedanke durch - "Das kann doch jetzt nicht soo schwer sein!"

Ja sicher, das haben wir alle mal gedacht!

Es ist ja auch nicht unbedingt schwer. Also je nach Hund, ich mit meinem Pudel habe es sicher nicht schwer. Nur eben manchmal so ... unerwartet..?

Gestern z.B. Ich gemütlich am Reiten, alles entspannt, saust Hund los. Einfach so. Nicht hetzend, sondern nach dem Motto "Ich kenn dich!" Hätte meine Tochter da gestanden oder sein bester Hundekumpel hätte es mich nicht gewundert. War aber jemand völlig fremdes... Ein älterer Golden Retriever. Ich komme hinterhergetrabt mit rotem Kopf und schaue nach dem Besitzer. Steht eine nette Dame mit weiteren VIER Golden Retrievern ganz lässig am Wegesrand, die Hunde sitzen ohne Leine da und schauen sich ganz entspannt an, wie ich den Pudel zu mir beordere... was nach mehrfacher Aufforderung dann auch mal klappt.

Dass die nette Frau eine erfahrene Hundehalterin war, war unschwer nicht nur an der Anzahl Hunde, deren Betragen und ihrer Ausrüstung zu erkennen, sondern vor allem daran, dass sie einfach nur freundlich gelächelt hat, keine herablassenden Sprüche, kein arrogantes "Erziehung wäre mal gut" oder "Na der hört ja noch nicht so gut" etc pp.

Als erfahrener Hundehalter weiß man einfach: So ein Hund hat halt auch mal eigene Ideen. Wenn da nur ein harmloser Pudel angehüpft kommt, kann man auch einfach mal locker bleiben, den freundlichen Opa den Abfangjäger spielen lassen, damit der Fremdhund nicht in die Gruppe reinbrettert, und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Fünf Minuten später geht der Herr Dummpudel (sorry) dann wieder im bravsten Fuß an einer Gruppe Hunde vorbei und bekommt Komplimente. Manchmal sieht es ja bei uns auch wirklich toll aus. Und manchmal eben auch nicht.

Ein Hund ist nicht einfach "erzogen" oder "nicht erzogen". Der hat eine Tagesform, genau wie der Mensch, der entwickelt sich, verändert sich, benimmt sich.. oder nicht.

Genauso wichtig, wie der Vorsatz, es gut machen zu wollen, ist eben auch die Ehrlichkeit zu sich selbst: Wie gut sind meine Fähigkeiten? Wieviel Erfahrung habe ich? Und wie 100% bin ich - bin ich nicht auch mal abgelenkt, lasse gerne alle Fünfe gerade sein oder bin ein bisschen chaotisch? Sowas muss man auch mitbedenken, vor allem bei der Rassewahl.

Wir sind alle nur Menschen, und unsere Hunde auch. Perfektion GIBT es nicht.

Und manchmal brauchen die Leute auch mehr als nur einen Hund, um das rauszufinden. Richtig toll sind immer die Leute, die einen Hund hatten. Und der hat nie gejagt. Das ist also ganz einfach. Der ist nie zu anderen Hunden hingelaufen. Also offensichtlich auch ganz einfach. Der konnte von Anfang an alleine bleiben. Warum stellen sich manche nur so an....

Liebe Besitzer ganz einfacher Hunde (da schliesse ich mich ein) - seid ein bisschen gnädig mit denen, die es nicht so einfach haben. Auch wenn die vielleicht selbst schuld sind, weil sie natürlich unbedingt Rasse X oder Y haben mussten. Denn mit ein bisschen gutem Willen kann das ja nicht soo schwer sein...


Empathie bitte

Ich lese (und schreibe gelegentlich)  ja gerne beim Frühstück ein bisschen im Hundeforum herum, und manchmal werde ich da schlagartiger wach, als ich es mir wünsche... Es gibt einfach Dinge, die treiben mir den Puls hoch.
Zur Zeit häufen sich mal wieder die "Mein Welpe beisst/nervt/ist noch nicht stubenrein..." Beiträge und offenbaren eine Einstellung zum Hund, die mich ein bisschen aufregt.

Dass man sich einen möglichst unkomplizierten Hund wünscht, das verstehe ich, das habe ich auch getan. Wenn man es vernünftig anstellt, kann das auch durchaus klappen. Hat es bei mir zumindest.

Allerdings - hätte ich diese Erwartungen gehabt, die manche Leute an den Tag legen, hätte ich meinen völlig unkomplizierten Welpen vielleicht auch als Nervensäge wahrgenommen.

Welpen, die ausschließlich an der Leine rauskommen, weder Sozialkontakt noch freie Bewegung haben, aber bitte schön lieb und brav zu sein haben, die restlichen 23,5 Stunden des Tages?

Welpen, die über Stunden in Kennels gesperrt werden - und das gefälligst lautlos zu ertragen haben?

Welpen, die mit Händen und Fingern gekrault, gepackt und traktiert werden - die aber bitte schön nur ja nicht jemals ihr Maul einsetzen sollen?

Knurren, Bellen, Herumtoben, in die Wohnung pinkeln, spitze Zähne an Schuhen oder Möbelstücken wetzen, Maulrangeln mit aufdringlichen Menschenhänden - ja, sowas tun Welpen eben. Die sind tatsächlich lebendig.

Da wird so ein kleines, gerade ein 2 Monate altes Lebewesen in ein völlig neues Leben geschmissen, ohne die Geschwister, raus aus der vertrauten Umgebung, und soll an der Leine gehen können? Soll schon wissen, was sein Spielzeug ist und was nicht? Soll schon wissen, wie fest man höchstens beissen darf? Was Nein und Aus und Komm bedeuten?

Und dann wird herum gewurschtelt, alle fünf Minuten eine neue Methode, "Ich habe alles schon ausprobiert!" und "Bei diesem Hund funktioniert das alles nicht!" heisst es dann. Nach zwei Wochen. Finde den Fehler.

Wenn so ein Hundekind dann überfordert, übermüdet oder gestresst ist, nicht zur Ruhe kommt und völlig am Rad dreht, dann ist Mensch natürlich erst recht genervt, dann wird geschimpft und gestraft und der Hund wird noch verunsicherter.

Und immer ist es der Hund, bei dem der Fehler gesucht wird. Ein erwachsener Mensch mit angeblich überlegener Intelligenz ist sauer auf einen Hund. Einen WELPEN. Weil der so blöd ist und mit voller Absicht dem Menschen auf den Keks geht.

Solchen Leuten erklären, was Empathie ist? Nä, hab ich ausprobiert. Funktioniert nicht.
Scherz.

Ich glaube, dass die modischen Versprechungen vom "idealen Familienhund" ganz falsche Erwartungen wecken. Da wird völlig normales Verhalten als Problem wahrgenommen. Und dann hat der Mensch Frust, weil sein Hund ja irgendwie "verkehrt" ist oder er selbst sich als Versager fühlt.

Manchmal muss man nur die etwas überidealisierten Vorstellungen gerade rücken und sagen: Hey, das ist normal.

Und wenn sich jemand über seinen ach so spitzzahnigen Schnappschildkrötenwelpen echauffiert, dann empfehle ich dieses Video - dagegen wirken doch die allermeisten Welpen zart und rücksichtsvoll... alles relativ!





Das Dilemma der Züchter

Sind Mischlinge gesünder? Ist reinrassig ein Qualitätsmerkmal? Braucht ein Hund Papiere? Warum sind manche Hunderassen besonders betroffen von Krankheiten?

Je mehr man sich mit solchen Fragen beschäftigt, umso mehr neue Fragen stellen sich.

An der Oberfläche ist alles ganz einfach.

Ein verantwortungsvoller Züchter ist natürlich am empfehlenswertesten. Ein Rassehund bringt vorhersehbare Eigenschaften mit. Auch ein Mischling kann Erbkrankheiten haben, man kennt ja die Eltern nicht. Gute Zuchtvereine bemühen sich darum, Krankheiten auszumerzen, nur getestete Hunde kommen in die Zucht.

Zucht bedeutet nicht, einfach nur Hunde zu vermehren, sondern die Rasse zu verbessern.

Was heisst "Rasse verbessern"?

Diese Frage habe ich in den vergangenen Jahren häufig gestellt. Antworten laufen immer darauf hinaus: Alles testen, prüfen, begutachten und nur das beste (je nach Eigenschaft - Gesundheit, Arbeitseigenschaften, Optik) kommt weiter.

Klingt gut. Genau auf diesen Grundsätzen ist die moderne Hundezucht (ca. 150 Jahre alt) aufgebaut. Bis heute.

Wer es geschafft hat, sich im Biologieunterricht konsequent die Ohren zuzuhalten, und die Erkenntnisse der Populationsgenetik aus den letzten 100 Jahren vollkommen ignoriert, glaubt das immer noch.

Die moderne Hundezucht mit ihren geschlossenen Zuchtbüchern und dem Credo der "Reinzucht" hat jede Menge kleine, abgeschnittene Inselpopulationen erschaffen, genetische Flaschenhälse bzw. Trichter: seit jeher bedeutet das in den meisten Fällen Sackgassen der Evolution, das Aussterben der Population, sobald diese zu klein wird. Ist es das, was wir jetzt erleben? Ganze Rassen, bei denen die Neigung zu frühen Krebserkrankungen so ausgeprägt ist, dass man kaum noch damit rechnen kann einen Hund zu erwischen, der älter wird als 8 Jahre, Rassen, bei denen eine tödliche Herzerkrankung mindesten einen von 3 Hunden in jungem Alter trifft, Rassen, bei denen so gut wie alle Individuen unter Urinsteinen leiden, wenn sie nicht Spezialfutter bekommen, Rassen, bei denen Blindheit weit häufiger vorkommt als in einer gesunden Population... ist das alles Züchterpech oder schlicht und einfach das Ergebnis von Naturgesetzen, die man eben nicht umgehen kann?

In meiner bescheidenen Erfahrung sind das unbequeme Fragen, die in Züchterkreisen ungern gehört und selten gestellt werden. Umso überraschender und beeindruckender dieser Artikel:

Come talk to me, my friend dog breeder

Und hier, in der der deutschen Übersetzung:

Lass uns reden, mein Hundezüchter-Freund


Erstaunt hat mich allerdings die Schlussfolgerung der Autorin.

"....when the breed has spent its entire lifetime with us, thought its birth, growth, maturity, deterioration, and it is now time for it to go, we must let it. ...
When the time comes for your breed to go, let it. "

"... wenn die Rasse ihr ganzes Leben mit uns verbracht hat, Geburt, Wachstum, Reife und Verfall, und es ist jetzt Zeit, dann müssen wir sie gehen lassen. Wenn die Zeit für deine Rasse kommt, lass sie gehen. "

So weit geht der Glaube an die "Rasse", dass man sie lieber aussterben sieht, als sie - durch Veränderung - zu erhalten?
Viel naheliegender wäre es doch, den Genpool zu erweitern. Passende Individuen anderer Rassen einzukreuzen. Natürlich verliert man dabei ein paar typische Eigenschaften... Aber ist es wirklich so wichtig, ob ein Hund einen braunen Punkt auf der Nase hat oder einen Ringelschwanz?

Man muss ja nun weiß Gott nicht gleich alle sinnvollen Selektionskriterien über Bord werfen. Aber der Unsinn der Farbzucht, der streng getrennten Schläge, der reinen Schönheitszucht, dem Beharren auf Reinrassigkeit um jeden Preis - warum kann man damit nicht aufhören, statt gleich die ganze Rasse zu zerstören?

Man muss ja auch nicht eine Dogge in den Chihuahua-Genpool einbringen. Aber es gibt so viele Rassen, die sich in Aussehen und Verhalten bzw. Verwendungszweck ähneln. Vielleicht liegt darin der Ausweg aus der genetischen Sackgasse, in die der unsinnige Glaube an die "Rassereinheit" die Hundezucht manövriert hat.

Was die Genetik angeht, gibt es kein "Reinrassig" und "Mischling". Das sind keine Begriffe, die in der Biologie irgendeinen Sinn ergeben, sondern es sind ideologische Begriffe, deren Bedeutung nur aus Glaube und blinder Überzeugung erwächst, und nicht aus wissenschaftlichen Fakten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Und die Zukunft der Hundezucht vielleicht auch...